"Bist du Hipster und/oder nicht?" No.1 - Benji aus Linz
Benji aus Linz, Spezies: Poetry Slammer, Location: Bäckerei
CB: Bist du du selbst, und wenn ja wann, und wann bist du wer anderes und warum?
Benji : Ich bin immer ich selbst würde ich sagen. Natürlich versuche ich gewisse Facetten meiner Person in bestimmten Situationen (bei meiner Bühnenperformance zB) mehr oder weniger auszuprägen. Trotzdem bleibe ich stets ich selbst.
Auf der Bühne kann ich ausleben, was im normalen Leben nicht geht. Sei's mich mal richtig derb auszudrücken oder einfach schön ignorant sein. Im Endeffekt bleibt's ja auf der Bühne ;)
CB: Warst du immer schon, so wie ich es sehe, ein Dandy?
Benji: Ich war nicht immer ein "Dandy" wenn man's so nennen will. Mein Outfit ändert sich mit meinem Selbstbild und das ist auch das wichtigste an einem Outfit: Es soll dein Selbstbild der Welt zeigen.
CB: Wie stehst du zu dem Hipster-Phänomen? Du darfst da jetzt auch wütend werden ;) Sind Hipster für dich Leute, die sich maskieren oder stellen sie teils auch ein Selbstbild dar?
Benji: Ich finde, dass das ein sinnloser Trend ist. Denn wenn man mit aller Anstrengung versucht, individuell zu sein, ist man's ja gerade nicht, weil das gleichzeitig unzählige Andere auch machen. Und außerdem kann ich Leute sowieso nicht leiden, die einem ständig ins Gesicht werfen, wie toll und einzigartig sie doch sind.
CB: Gibt es wenigstens ein Fünkchen Hipster in dir?
Benji: Ich bin genauso sehr Hipster wie Franzose. Gar nicht
CB: Das heisst Hipster sind so a bissl französisch deiner Meinung nach?
Benji: Haha na na, aber Franzosen mag ich genauso wenig
CB: Du magst aber Iren oder? (weil Benji a.k.a. Ulysses)
Benji: Wie kann man Menschen, die Erdäpfel und Alkohol schätzen nicht mögen? :D
CB: Achtung investigativ, fühlst du dich ab und zu verfolgt, wie stehst du zu Paparazzi, die dich etwa beim Sockenhochziehen fotografieren?
Benji: Ich finde das ok. Die Leute wollen eben meine Socken sehen und ich bin bereit ihnen zu geben, was sie verlangen. Und so müssen sich eben Paris Hiltons Nacktfotos die Titelseiten der Promizeitschriften mit meiner Fußbekleidung teilen.
CB: Wie stehst du zu oder auf Innsbruck?
Benji: Also, was ich von den Innsbruckern so gesehen habe, scheinen sie ein recht individuelles Häufchen zu sein und das gefällt mir recht. Jede Stadt, die einen Subway hat, ist eine Weltstadt. Linz hat zB keinen, deshalb ist Linz Provinz. Und weil es sich so schön reimt.
CB: Ein Hipster kann man eh mit einem Burger vergleichen find ich.
Benji: Mit einem Bio Burger halt haha.
Noch was zu Innsbruck, ich hab gestern die Bäckerei und nachher das Nachtleben in Innsbruck erlebt. Lauter wunderschöne Menschen gesehen, und später dann hab ich mich gefragt, wie ich im Bett der Bürgermeisterin aufwachen konnte. Und da war noch irgendwas mit Poetry Slam glaub ich...
CB: Wie war das Nachtleben? Wie war das Bett?
Benji: Das Nachtleben fein, Innsbruck hat da eine nette kleine Barszene muss ich sagen.
Die Antwort auf „Wie war das Bett?“ steht noch aus, aber solltet ihr dem modisch besockten Benji über den Weg laufen, fragt doch nach.



Zuerst dachte ich mir, ochnee
Zuerst dachte ich mir, ochnee so ein Selbstdarstellungsinterview und der Hipsterschmarrn ist doch eh schon längst abgefrühstückt ... doch Überraschung: Das liest sich witzig, spritzig, ironisch und reflektiert. Und jetzt gehe ich raus in die Sonne und forme aus dem angebräunten Restschnee Bälle, sollte mir so ein Hipsterheini übern Weg laufen ... HRHR!
schwarze, dicke
--> alle elemente enthalten in der natürlichen menge 'hipsters'. meinetwegen auch: macaronis, swells, bucks, Beaux, Incroyables oder wie bereits erwähnt Dandys.
ähhh?!!? was sollen diese
ähhh?!!? was sollen diese bescheuerten abgrenzungsversuche bzw. das ganze hipster-rumgehacke? bäckerei = hipster, und das ist auch überhaupt nicht schlimm, weil hipster nicht unbedingt = blöder trend. außer man braucht was zum drauf rumhacken, dann bietet sich natürlich an, irgendwelche leute über einen kamm zu scheren und ihnen einen namen zu geben. diese ganze hipster-sache wird doch nur durch [neidvolle? ängstliche?] fremd-etikettierungen am leben erhalten.
außerdem ist das ganze interview höchst widersprüchlich. einerseits sich vom individualitätsgedanken abgrenzen, ihn dann aber voll für sich vereinnahmen. höchst narzisstisch.
bäh. [grantig]