Antifaschistisches Denk-Mal gegen den industriellen Umgang mit Minderheiten

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Schön ist es nicht gerade – und das ist sicher auch gewollt so: Genau hinter dem Universitätshauptgebäude an der Franz-Gschnitzer-Promenade steht das Antifaschistische Denk-Mal gegen den industriellen Umgang mit Minderheiten. So steht es auf dem Denkmal und das ist wichtig, weil über das Denkmal selbst kaum Informationen verfügbar sind: Weder das städtische Denkmalamt noch das Stadtarchiv weiß Genaueres darüber.
 
Eine weitere Gravur gibt Aufschluss über den tragischen Anlassfall für die Errichtung: „26. 2. 1994 Ermordung eines Obdachlosen“; auch dazu findet sich online nichts, wahrscheinlich weil das Netz, wie wir es heute kennen, damals noch in den Kinderschuhen steckte. Außerdem sind am nördlichen Rand die beiden Wörter „MAMA“ und am südlichen „PAPA“ zu lesen – auch diese Bezüge bleiben erratisch.
 
Da es nur wenige Metainformationen gibt, bleibt es den BetrachterInnen selbst überlassen, welchen Sinn sie dem Denkmal zuweisen. Auf mich macht es einen leicht beklemmenden Eindruck: Es wirkt wie ein Fremdkörper, ja vielleicht sogar eine militärische Sprengfalle und erweckt unerfreuliche Assoziationen – ganz anders als der nur wenige Meter entfernte SALTO VITALE.
 
Gelungen finde ich das Zusammenspiel von Funktion – der eines Erinnerungsortes – und Form des Denkmals. Inmitten der schönen Promenade steht das rostrote Ungeheuer, als wolle es uns mahnen: Die Unmenschlichkeit hat System – nicht nur hierzulande. Insgesamt wäre etwas mehr Metainformation (vielleicht in Form einer Gedenktafel) sinnvoll und eine Restaurierung hat es auch nötig.
 
Wer etwas über dieses Denkmal und seine Entstehung weiß, melde sich bitte – auch das Denkmalamt würde sich über diese Informationen sicher freuen.
 

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6 Kommentare

ich kann mich an ihn noch

ich kann mich an ihn noch sehr gut erinneren ... er war ein freundlicher und ruhiger mann. ich war damals ziemlich schockiert, dass es sowas bei uns gibt ... deswegen finde ich dieses denkmal wichtig ... denk mal ... 

26. Februar 1994 Der

26. Februar 1994
Der 37-jährige Obdachlose aus InnsbruckWolfgang Tschernutter
wurde in der Nacht von 25. auf 26. Februar 1994 mit Fußtritten
und einer Holzplatte brutal misshandelt. Die Täter waren 14
und 15 Jahre alt und stammten aus der Innsbrucker „rechten
Szene“.

Wolfgang Tschernutter starb an seinen Verletzungen.
Die Polizei fand heraus, dass der Obdachlose seit längerer Zeit
die Nächte am Eingang des Hallenbades beim Innsbrucker
Fürstenweg verbracht hatte. Er war als sehr friedlich bekannt.
Wolfgang Tschernutter schlief bereits, als ihn die zwei Jugend-
lichen um Feuer fragten. Er hatte kein Feuer. Daraufhin schlu-
gen die Täter auf das Opfer ein und fügten ihm tödliche Kopfverletzungen zu.
 

 Der Künstler heißt Alois

 Der Künstler heißt Alois Schild
www.aloisschild.at/index.html

 Der Mann hieß Wolfgang

 Der Mann hieß Wolfgang Tschernutter.
Und das Stahlding ist das Denkmal für ihn.
Interessant, dass nach ca. 20 Jahren sein Namen in Vergessenheit gerät (außer bei den linksextremen).
jaja.
 

siehe

  Ja, da kann ich mich noch

 
Ja, da kann ich mich noch erinnern. Einfach mal in der TIROLER TAGESZEITUNG (Februar 1994) recherchieren. Da wurde ein Obdachloser von zwei jungen Burschen erschlagen, der sich in der damaligen Baustelle des Innsbrucker Hallenbades aufgehalten hat. Der Obdachlose war eigentlich stadtbekannt, er tat niemandemn etwas, trank nicht, bettelte auch niemanden an, er ging einfach seine Wege mit einem Schlafsack, sah auch noch gut aus für einen Obdachlosen, also nicht verwahrlost.
 
Es gab viele Geschichte um ihn und seine Herkunft und dann eine wochenlange Diskussion über dieses Verbrechen, das die Öffentlichkeit aufgerüttelt hatte. Die beiden Täter wurden verhaftet, dürften ihre Strafe aber wahrscheinlich schon abgesessen haben, so dass ich auch nicht weiss, ob es viel Sinn machen würde, die ganze Geschichte wieder aufzuwärmen. Ich war auch bei der "Denkmalenthüllung" dabei, die fand in der Maria-Theresien-Straße vor der Annasäule statt und wurde von der Antifa in Innsbruck und vielen engagierten Menschen organisiert. Dann wurd das Denkmal bald mal an seinen heutigen Standtort verlegt, man könnte auch sagen: entsorgt.